Kindergarten Salvatorstrasse, Zürich Oerlikon ZH

Info

Bauherrschaft: Amt für Hochbauten Stadt Zürich
Bausumme BKP 1–9:
Nettogeschossfläche:
Volumen nach SIA 416:
Arbeitsumfang: Studienaufrag eingeladen
Leistung: Gesamtleitung, Bauleitung BBB AG
Projektstart/–ende: 2024
Fotos:

Gesamtinstandsetzung Schutzobjekt Kindergarten von 1920
Eingeladenes Planerwahlverfahren

Die denkmalgerechte Instandsetzung des Doppel-Kindergartens an der Salvatorstrasse ist herausfordernd und sinnstiftend. Von hindernisfreien Bauten können wir alle profitieren. Sie sind wichtig für grosse und kleine Menschen mit Handicap, für Familien, für Personen mit Kinderwagen, für ältere Personen, aber auch für Mitmenschen, welche wegen eines Unfalls oder einer Krankheit eingeschränkt sind. Hindernisfreie Bauten und Umgebungen ermöglichen soziale Inklusion, sorgen für Wertschätzung und fördern Diversität im Stadtraum.

Das vom Zürcher Architekten Carl Rathgeb 1929 erstellte Kindergartengebäude steht in Zürich Oerlikon inmitten eines durchgrünten Wohnquartiers. Typologisch handelt es sich um ein frühes Beispiel für ein eigens für diesen Zweck erbautes Gebäude inklusive Aussenraum. Dies macht es zu einem interessanten Inventarobjekt und einem Gebäude mit hohen städtebaulichen Qualitäten. Für die Grundrissgestaltung gab es keine Vorbilder, und auch die räumlichen Anforderungen waren beim Entwurf noch nicht definiert. Der massive Baukörper besitzt zwei Vollgeschosse, ein in den Hang gebautes Sockelgeschoss und ein nicht ausgebautes Walmdach. Die Grundrissgestaltung ist klar, einfach und zweckmässig: Im Erdgeschoss befinden sich zwei Kindergartenräume samt notwendiger Nebenräume. Darüber liegt ein Wohngeschoss mit drei Kleinstwohnungen – ursprünglich gedacht für die unterrichtenden Lehrpersonen. Im Sockelgeschoss liegt ein weiterer Schulraum mit Nebenräumen und verschiedene Lagerräumlichkeiten.


Wir schlagen einen zurückhaltenden, respektvollen Eingriff in die historisch wertvolle und sehr gut erhaltene Bausubstanz vor. Die Baute und die Umgebung sollen von nachträglich zugefügten Bestandteilen befreit werden. Bei allen neuen Elementen wird das Prinzip der Reversibilität angewendet. Bestehende geschützte Bauteile, wie die Kastenfenster mit bauzeitlicher Sprossung oder die Fenster mit Doppelverglasungen, Türen und Sondereinbauten werden aufgefrischt und renoviert. Sie werden ergänzt und ertüchtigt, wo es aufgrund von statischen oder brandschutztechnischen Anforderungen nötig ist. Die Bodenverschleissschichten wie Linoleum, welche starken Abnützungserscheinungen aufweisen, sollen mit denselben hochwertigen Materialien ausgetauscht werden. Die Haustechnik wird komplett ersetzt, damit zeitgemässe Anforderungen an Behaglichkeit und Sicherheit mühelos eingeflochten werden können. Die Feuchtigkeitsprobleme an der Fassade gehen wir pragmatisch an: Die neue Umgebungsgestaltung löst sich von der bis an den Gebäude- sockel gelegte Asphaltierung aus späterer Zeit, eine Traufkante wird gesetzt und geschlossene Kellerbelüftungen wieder geöffnet. Die neue Umgebungsgestaltung respektiert die charakteristischen Gliederungen und Einfassungen des Geländes mit dem mächtigen Baumbestand, schafft mit neuen Rampenzugängen und einem «Spielplatz für alle» Aufenhtaltsqualität für Gross und Klein. Allerdings zeigt die prägnante Setzung der Rampenanlage auch eine zeitgenössiche architektonische Haltung und Setzung; ganz im Sinne Leitsätze der schweizerischen Denkmalpflege.

MehrWeniger